Az, 24. August 2020

Dieses Nein der FDP-Delegierten zum zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ist eine Niederlage für Parteipräsidentin Petra Gössi. Noch im Juni sagte sie in einem Interview mit CH Media, dass der Vaterschaftsurlaub die Attraktivität der Unternehmen, des Standorts Schweiz steigere. Das Nein der Delegierten fiel äusserst knapp aus: Mit 134 Nein zu 133 Ja-Stimmen bei acht Enthaltungen. Die Partei schreibt in einer Mitteilung, der staatlich verordnete zweiwöchige Vaterschaftsurlaub sei nicht die von der FDP gewünschte Lösung. Zudem wären die damit verbundenen Kosten für die KMU in der aktuellen Coronakrise eine zusätzliche Herausforderung.

Im Parlament hatte sich die freisinnige Fraktion für eine Elternzeit von 16 Wochen ausgesprochen, welche die Paare individuell unter sich aufteilen können. Allerdings gilt in der Schweiz ein gesetzlicher Mutterschutz von 14 Wochen. Die FDP preist die Elternzeit als «flexible Lösung, statt alte Rollenmodelle zu zementieren». Allerdings: Die FDP tut sich seit Jahren schwer mit dem Vaterschaftsurlaub. Das Nein der Delegierten kommt nicht gänzlich unerwartet. Zahlreich Exponenten haben sich dem Referendumskomitee angeschlossen. (chm)